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24.11.2009 - 00:00:00

SIMONE
"Morgenrot - Das Doppelalbum" (Special Edition) im Test von Holger Stürenburg!

Diese "Limited Edition" enthält den neuen Top-Titel "Ein Stern, der für dich scheint", 3 Extended Versions, 2 Dance Remixe, einen fast 11 Minuten langen "Megamix" des Albums "Morgenrot", Simone-Sticker sowie den Video-Clip "Ich hätt' ja gesagt"!

Wie der Verfasser dieser Zeilen gestern bereits in seiner Rezension zur aktuellen SONY-Koppelung "Bääärenstark!!! – Hits 2009" schrieb, muß das Album "Morgenrot" der aus Österreich stammenden Blondine SIMONE tatsächlich als eine der kompaktesten und in sich geschlossensten Produktionen im Spektrum des gehobenen Popschlagers bezeichnet werden, die anno Domini 2009 das Licht der Musikwelt erblickte.

Die 40jährige Wienerin hatte sich vor einem Jahr unter die Fittiche des unvergleichlichen Produzenten und Arrangeurs David Brandes begeben, der kurz zuvor, dank seines immensen Talents, den bislang unbekannten Christian Lais in unerahnte Höhen führen konnte und zudem vor einigen Wochen mit Christian Franke und Peter Rubin zwei legendäre Altstars der 80er bzw. 70er Jahre erfolgreich reanimierte.
 
"Morgenrot" stieg im Frühjahr 2009 problemlos in die deutschen "Media Control"-Listen ein, und erstürmte in der österreichischen Heimat der hübschen Sängerin sogar die Top 10. Gleich drei Radioauskoppelungen daraus – "Ich hätt’ ja gesagt", "Morgenrot", "Jeronimo Blue" – erklommen die höchsten Ränge der hiesigen Rundfunkhitparaden; zweimal konnte anstandslos die Spitzenposition der Formatradiocharts "konservativ" eingenommen werden.
 
So ließ es sich Simones aktuelle Plattenfirma ARIOLA/SONY nicht nehmen, für das Weihnachtsgeschäft 2009 eine spannende Sonderedition von "Morgenrot" aufzubereiten: Eine Doppel-CD mit allen Titeln des Originalalbums, einem weihnachtlichen Bonus-Track auf dem einen und diversen, ellenlangen Maxi- bzw. Dance-Remixes auf dem beigefügten zweiten Silberling.
 
Die besondere, spezifische Kunst von David Brandes ist es, zwischen ihn und die von ihm betreuten, protegierten Künstler kein noch so hauchdünnes Blatt Papier passen zu lassen. Seine Interpreten singen nicht einfach so irgendetwas gelangweilt von der Matrize ab, sondern leben ebenjene Lieder persönlich aus, die das Bad Bellinger Schlitzohr für sie mit viel Herz, Liebe und Seele konzipiert hat.


 



"Morgenrot" wurde durchgehend vom Meister selbst komponiert, in lyrischer Hinsicht griffen ihm hierbei seine Lebensgefährtin Gracia Baur, Altstar Dr. Bernd Meinunger und – wie kann es anders sein? – das so wunderhübsche, wie radikal talentierte Sächsische Energiebündel Heike Fransecky unter die Arme.
 
Der 41jährige, gebürtige Baseler scheint ein spezielles Faible für die "sophisticated" Pop/Rocksounds der ausgehenden 70er Jahre aufzuweisen. Aus nicht wenigen seiner Arbeiten hört man eindeutig die grandios austarierten Soundwälle jener Tage, etwa aus dem Hause "ABBA", "Alan Parsons Project" oder "Electric Light Orchestra", heraus. Gerade dies macht Davids Klangkonstrukte auch und gerade für uns Alt-80er überaus interessant, die wir uns im Allgemeinen von modernen, hämmernden Rhythmen oft einfach nur genervt fühlen – gleichsam werden junge Leute auf diese Weise an die tönenden Experimente "von damals" herangeführt, die bei ihrer Wiederbelebung durch David Brandes niemals auch nur im geringsten angestaubt oder gar altbacken wirken.
 
"Morgenrot" beinhaltet – in der Urfassung – zwölf hochgradig elitär und luxuriös ausgefallene "Perfect Popsongs", edel, gediegen, feudal, stilvoll – gleichsam aber jederzeit ultimativ zum Mitsingen und Mittanzen geeignet.

Manche Beiträge ("Ich hätt’ ja gesagt", "Halt mich ein letztes Mal", "Sag ihr nicht") halten sich eher in einem schnittigen Up-Tempo-Rahmen auf, oder bieten konstruktiv abgehobenen Gitarrenpop auf (Titelsong, "Hilf mir"). Andere Titel dieses Meisterwerks des anspruchsvollen Popschlagers überzeugen wiederum als im positivsten Sinne des Wortes großspurige, opulente, teils real "aufgedonnerte" Balladen ("Jeronimo Blue", "Küß mir den Regen vom Gesicht", "Bolero").

"Die Nacht, als sie fortlief" zaubert knalliges Discoinferno der späten 70er kongenial ins Jetzt und Hier, ebenso radikal tanzbar kommen die gehetzten Popdramen "Wie viel Tränen bleiben ungeweint?" oder "Weinen werd’ ich sicher nicht" zum Einsatz. Allzu konventionelle Popballädchen ohne Widerhaken a la "Wenn die Seele schweigt" bleiben die absolute Ausnahme. 

Als swingend/souliger Zusatztitel beschließt der kesse, weihnachtliche Ohrwurm "Ein Stern, der für Dich scheint" den ersten Part hier analysierter Doppel-CD: Ein leckeres, treibendes Weihnachtsschmankerl, garniert mit fetten Bläsern, prickelnden Synthesizer-Spielereien und – natürlich – Simones jederzeit überzeugendem Gesang.
 
Auf CD-02 befinden sich eine stark rhythmisierte, bass-lastige, aber keinesfalls unsympathische, genau siebenminütige Maxi-Auslegung von "Morgenrot", eine ausufernde Fassung der melancholischen Hitballade "Jeronimo Blue", auf sechseinhalb Minuten gestreckt, sowie gleichsam in derselben Länge gehalten der Tophit "Ich hätt’ ja gesagt".

Über bumsende, mit krachenden Tekkno-Elementen verunzierte "Dance Versions" von "Küß mir den Regen vom Gesicht" bzw. "Wie viel Tränen bleiben ungeweint?" lässt sich sicherlich streiten. Diese sind weitaus mehr etwas für die tanzwütige Disco-Fox-Fangemeinde, denn für den eher bürgerlich-gediegenen Musikgenießer. Auch der knapp elfminütige "Megamix", bestehend aus den wichtigsten Albumtracks, wird vermutlich überwiegend unverbesserliche Party-People hinter ihrem Ofen hervorlocken.

Ein romantischer Videoclip zu "Ich hätt’ ja gesagt", gedreht im Münchener Gourmet-Theater "PALAZZO", nahe der Neuen Messe zu Riem, beschließt hier analysierte Sonderedition des Spitzenalbums "Morgenrot" von Simone: Ein Opus mit Ewigkeitsgarantie; nichts für den Ex-und-hopp-Gebrauch; eine Produktion, bestehend aus zeitlosen Pop/Rock-Melangen, die in zehn, 20 Jahren sicherlich noch genauso frisch und aktuell erklingen, wie im Jahre 2009!



Gesamtnote: Bestwertung

Quelle: Holger Stürenburg, 21./22.11.2009

 

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